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Risikoabschätzung nach § 51 TrinkwV

Risikoabschätzung bei Legionellen – Ursachen erkennen, Maßnahmen fachlich ableiten

Wird der technische Maßnahmenwert für Legionella spec. erreicht, reicht es nicht, nur den Laborwert zu betrachten. Die Trinkwasser-Installation muss technisch und hygienisch bewertet werden, damit die Ursachen eingegrenzt und geeignete Maßnahmen festgelegt werden können.

§ 51 TrinkwVVDI/DVGW 6023Vor-Ort-BewertungBundesweit
Technische Bewertung einer Trinkwasser-Installation
Technische UrsachenklärungPlanunterlagen, Anlagenstruktur, Temperaturen und Betriebsbedingungen zusammenführen
Wann wird sie erforderlich?

100 KBE / 100 ml sind der technische Maßnahmenwert

Wird dieser Wert erreicht, sieht § 51 TrinkwV unter anderem eine Ursachenklärung und eine schriftliche Risikoabschätzung unter Beachtung der Empfehlung des Umweltbundesamtes vor.

100KBE Legionella spec. / 100 ml
§ 51Trinkwasserverordnung
Vor OrtBesichtigung der Trinkwasser-Installation
SchriftlichBewertung, Ursachen und Maßnahmen
Wichtig: Der Wert von 100 KBE/100 ml ist ein technischer Maßnahmenwert. Die konkrete fachliche Bewertung hängt immer vom Befundbild, der Anlagenstruktur und den vorgefundenen Betriebsbedingungen ab.
Leistungsumfang

Was eine belastbare Risikoabschätzung leisten muss

Die Aufgabe besteht nicht darin, bekannte Mängel nur aufzulisten. Entscheidend ist, technische Zusammenhänge zu erkennen und daraus nachvollziehbare Prioritäten für die Sanierung abzuleiten.

01

Unterlagen & Befunde prüfen

Laborbefunde, Probennahmestellen, Anlagenpläne, vorhandene Untersuchungen und bereits umgesetzte Maßnahmen werden zusammengeführt.

02

Anlage vor Ort bewerten

Warmwasserbereitung, Zirkulation, Verteilung, Temperaturen, Stagnationsbereiche und weitere hygienisch relevante Bauteile werden geprüft.

03

Ursachen einordnen

Festgestellte Abweichungen werden technisch bewertet und in Bezug zum Legionellenbefund gesetzt.

04

Risiken priorisieren

Nicht jede Abweichung besitzt dieselbe hygienische Relevanz. Maßnahmen werden nach Dringlichkeit und Einfluss auf das Befundgeschehen geordnet.

05

Maßnahmen ableiten

Kurzfristige Schutzmaßnahmen, betriebliche Korrekturen und technische Sanierungsschritte werden voneinander getrennt dargestellt.

06

Nachvollziehbar dokumentieren

Sie erhalten eine schriftliche Bewertung, die Befunde, Anlagenzustand, Ursachen und empfohlene Maßnahmen nachvollziehbar zusammenführt.

Unser Vorgehen

Von der Laboranalyse zur Maßnahmenstrategie

Ein strukturierter Ablauf verhindert, dass vorschnell Maßnahmen umgesetzt werden, die am eigentlichen Problem vorbeigehen.

SCHRITT 01
Befundanalyse

Werte, Probennahmestellen und räumliches Befundbild auswerten.

SCHRITT 02
Vor-Ort-Termin

Technische und hygienische Bestandsaufnahme der Anlage.

SCHRITT 03
Ursachenklärung

Temperaturen, Hydraulik, Stagnation und Betriebsweise bewerten.

SCHRITT 04
Risikoabschätzung

Gefährdungen, Prioritäten und erforderliche Maßnahmen dokumentieren.

SCHRITT 05
Sanierungsbegleitung

Auf Wunsch Umsetzung und anschließende Erfolgskontrolle begleiten.

Technischer Fokus

Typische Punkte, die wir bei der Ursachenklärung prüfen

Warmwasser & Zirkulation

Temperaturen an Warmwasseraustritt und Zirkulationsrücklauf

Hydraulischer Abgleich und mögliche Fehlverteilungen

Speicher, Frischwasserstationen und Betriebsweise

Unzureichend durchströmte Leitungsbereiche

Abweichungen von den allgemein anerkannten Regeln der Technik

Kaltwasser & Entnahmestellen

Erwärmung des Kaltwassers durch Umgebung oder Rohrführung

Stagnation und selten genutzte Bereiche

Totleitungen und ungünstige Installationsstrukturen

Armaturen, Strahlregler und endständige Einbauten

Betriebs-, Wartungs- und Nutzungsbedingungen

FAQ Risikoabschätzung

Die wichtigsten Fragen zur Risikoabschätzung bei Legionellen

Hier beantworten wir die Fragen, die Betreiber, Hausverwaltungen und Eigentümer nach einem auffälligen Befund am häufigsten beschäftigen.

Ab wann ist eine Risikoabschätzung wegen Legionellen erforderlich?

Nach § 51 TrinkwV werden Maßnahmen erforderlich, wenn der technische Maßnahmenwert für Legionella spec. von 100 KBE/100 ml erreicht wird. Dazu gehören insbesondere die Ursachenklärung unter Einbeziehung einer Ortsbesichtigung sowie die Erstellung einer schriftlichen Risikoabschätzung.

Ist eine Risikoabschätzung dasselbe wie eine Gefährdungsanalyse?

Der Begriff „Gefährdungsanalyse“ wurde früher häufig verwendet. Die aktuelle Trinkwasserverordnung verwendet den Begriff „Risikoabschätzung“. Inhaltlich geht es weiterhin darum, die Trinkwasser-Installation fachlich zu untersuchen, Risiken zu bewerten und geeignete Maßnahmen abzuleiten.

Reicht der Laborbefund allein für die Risikoabschätzung aus?

Nein. Der Laborbefund zeigt, dass und wo Legionellen nachgewiesen wurden. Er erklärt jedoch nicht automatisch die technische Ursache. Deshalb gehören die Prüfung der Anlage vor Ort, die Bewertung der Betriebsbedingungen und die Einordnung möglicher hygienischer Schwachstellen zu einer belastbaren Ursachenklärung.

Muss die Trinkwasser-Installation vor Ort besichtigt werden?

Ja. § 51 TrinkwV sieht bei der Ursachenklärung ausdrücklich eine Ortsbesichtigung vor. Ohne die tatsächliche Anlagenstruktur, Temperaturen, Leitungsführung und Betriebsweise zu betrachten, lassen sich Ursachen häufig nicht zuverlässig bewerten.

Muss die Risikoabschätzung an das Gesundheitsamt geschickt werden?

Nach der aktuellen Regelung ist die Risikoabschätzung dem Gesundheitsamt auf Verlangen vorzulegen bzw. zu übermitteln. Davon zu unterscheiden sind weitere Anzeige- und Informationspflichten, die sich aus dem konkreten Befund und der Trinkwasserverordnung ergeben können.

Wie schnell muss nach einem Legionellenbefund reagiert werden?

Die vorgeschriebenen Maßnahmen sind nach Erreichen des technischen Maßnahmenwertes unverzüglich einzuleiten. Das bedeutet nicht, dass jede technische Sanierung innerhalb weniger Stunden abgeschlossen sein muss. Entscheidend ist, dass Ursachenklärung, Bewertung und erforderliche Schutzmaßnahmen ohne vermeidbare Verzögerung organisiert werden.

Muss bei Legionellen immer thermisch desinfiziert werden?

Nein. Eine thermische Desinfektion ist keine automatische Standardantwort auf jeden Legionellenbefund. Ob sie sinnvoll oder erforderlich ist, hängt unter anderem von der Anlagenstruktur, dem Befundbild und der vermuteten Ursache ab. Eine kurzfristige Desinfektion ersetzt zudem nicht die Beseitigung technischer oder betrieblicher Ursachen.

Kann eine Risikoabschätzung ohne Anlagenpläne erstellt werden?

Fehlende oder unvollständige Bestandspläne erschweren die Bewertung, schließen sie aber nicht grundsätzlich aus. In solchen Fällen muss die vorhandene Installation vor Ort möglichst genau aufgenommen und die Dokumentationslücke in der Bewertung berücksichtigt werden.

Welche Messungen werden bei der Ortsbesichtigung durchgeführt?

Das hängt von der Anlage ab. Typisch sind Temperaturmessungen an Warmwasserbereitung, Zirkulationsrücklauf und ausgewählten Entnahmestellen sowie die Bewertung von Ausstoßzeiten und Betriebszuständen. Bei Bedarf können weitere technische Untersuchungen sinnvoll sein.

Was passiert, wenn in der Risikoabschätzung technische Mängel festgestellt werden?

Die festgestellten Abweichungen werden nach ihrer hygienischen Bedeutung bewertet und in Maßnahmen überführt. Dabei sollte zwischen kurzfristigen Schutzmaßnahmen, betrieblichen Korrekturen und dauerhaften technischen Sanierungsmaßnahmen unterschieden werden.

Wie lange dauert die Erstellung einer Risikoabschätzung?

Das hängt von Gebäudegröße, Anlagenkomplexität, Dokumentationslage und Befundumfang ab. Ein kleines Mehrfamilienhaus ist deutlich schneller zu bewerten als eine große Wohnanlage, ein Hotel oder eine komplexe Einrichtung mit mehreren Druck- oder Versorgungszonen.

Wer trägt die Verantwortung für die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen?

Die Betreiberpflichten verbleiben beim verantwortlichen Betreiber der Wasserversorgungsanlage. Die Risikoabschätzung unterstützt dabei, notwendige Schritte fachlich zu priorisieren und nachvollziehbar zu dokumentieren.

Kann AQUA Sani auch nach der Risikoabschätzung weiter begleiten?

Ja. Auf Wunsch begleiten wir auch die weitere Maßnahmenplanung, Anlagenreinigung bzw. Desinfektion, technische Nachbesserungen und die anschließende Erfolgskontrolle. Dadurch bleiben Befund, Ursachenbewertung und Sanierungsstrategie in einer fachlichen Linie.

Laborbefund vorhanden?

Wir prüfen den Befund und besprechen das weitere Vorgehen.

Senden Sie uns den Laborbericht und – soweit vorhanden – erste Informationen zum Objekt. So können wir einschätzen, welche nächsten Schritte für Ihre Trinkwasser-Installation sinnvoll sind.